im historischen Rathaussaal der Stadt Wasserburg am Inn
Am 21. Februar 2026 um 15.00 Uhr, lud der Schützengau Wasserburg-Haag im historischen Rathaussaal der Stadt Wasserburg am Inn im Rahmen seines 100-jährigen Jubiläums zu einem Festakt.
Dieses Datum war nicht zufällig gewählt, denn genau vor einhundert Jahren, am 21. Februar 1926, wurde der Gau wenige hundert Meter vom Rathaus entfernt, im Kriegersaal des Meyer-Bräu gegründet.
Ein Jahrhundert später nun, verkündeten Böllerschüsse von Böllerabteilungen aus dem gesamten Gau den Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen durch das gesamte Jahr hindurch.



Unter Anwesenheit des Ersten Landesschützenmeisters Christian Kühn, des Ersten Bezirksschützenmeisters Alfred Reiner, des Hausherrn und Ersten Bürgermeisters der Stadt Wasserburg Michael Kölbl, des stellvertretenden Bezirkstagspräsidenten von Oberbayern Rainer Schneider, des Landrats von Rosenheim Otto Lederer, des Landrats von Mühldorf Max Heimerl, des stellvertretenden Landrats Franz-Josef Hofstetter aus Erding, der stellvertretenden Landrätin Magdalena Föstl aus Ebersberg, der Ersten Bürgermeisterin Sissi Schätz aus Haag, sowie den Gauschützenmeistern der Nachbargaue Altötting Christoph Götz, Dorfen Gertraud Stadler, Ebersberg Ulrich Seibold, Erding Klaus Waldherr, Freising Valentin Harrieder, Mühldorf Erich Jungwirth, Rosenheim Gerhard Nevihosteny, Rupertigau Hannes Baumann, Traunstein Andreas Wimmer, Trostberg Anton Hochreiter, Gauehrenschützenmeister Helmut Wagner und den Gauehrenmitgliedern Georg Reiner, Josef Schneider, Konrad Brandlhuber und Josef Eibl führte Moderator Harry Petermann durch den Nachmittag.




In seiner Ansprache betonte Bürgermeister Michael Kölbl, dass er den historischen Rathaussaal sehr gerne zu diesem Jubiläum zur Verfügung gestellt habe, denn besondere Anlässe erforderten schließlich auch besondere Rahmenbedingungen.
Wenn man sich die Zeit, in der dieser Gau gegeündet wurde vor Augen führe, so grenze alleine die Gründung fast an ein Wunder. Inmitten einer Weltwirtschaftskrise, kurz nach einer großen Inflation und nach wenigen Jahren der Existenz und Aufkommen des Nationalsozialismus durch die Gleichschaltung schon wieder der Niedergang. Die Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg zu dem Gau, wie wir ihn heute kennen war nur möglich, weil zu jeder Zeit über all die Jahre und Jahrzehnte hinweg Ehrenamt vorbildlich gelebt wurde. Ihm sei, so Kölbl, für die Zukunft des Gaues nicht Angst und Bang, denn durch das tagtäglich gelebte ehrenamtliche Engagement und durch die Motivation, die durch die Arbeit in dieser Gemeinschaft entsteht, habe der Gau die besten Voraussetzungen für die nächsten Jahrzehnte.

Anschließend überbrachte Landesschützenmeister Christian Kühn die Glückwünsche des Bayerischen Sportschützenbundes. Er betonte die Wichtigkeit der Vereine und Gaue für das Funktionieren des gesamten Verbandes, wie Zahnräder, die für das Funktionieren eines Getriebes wichtig sind. Und er sei stolz darauf, dass im Bayerischen Sportschützenbund mit knapp einer halben Million Mitgliedern diese Zahnräder so reibungslos ineinandergreifen. Die Funktionäre, auch besonders in einem so großen Gau wie Wasserburg-Haag, hätten einen großen Anteil am Erfolgskurs des gesamten Verbandes und machten ihn zu etwas, was er von jeher war und auch weiterhin sein wird, nämlich einem festen Bestandteil Bayerns, so Christian Kühn. Ein Dank gelte auch den politischen Vertretern auf allen Ebenen. Es sei ein sehr gutes Miteinander, darum auch ein herzliches Dankeschön dafür auch an dieser Stelle. Er versäumte jedoch nicht, auch mahnende Worte in seine Rede einfließen zu lassen, da die Politik doch bitte dafür Sorge tragen solle dass, die gerne auch in den momentan bei Wahlkampfveranstaltungen benutzten Floskeln wie Bürokratieabbau und Stärkung des Ehrenamtes in den Amtsstuben ankommen.
Zum Abschluss seiner Rede bat Christian Kühn Helmut Schwarzenböck zu sich auf die Bühne, um ihm das Geschenk des BSSB, eine Schützenscheibe, zu überreichen.



Der stellvertretende Bezirkstagspräsident Rainer Schneider zog in seiner Ansprache Parallelen zwischen den politischen Entwicklungen und dem Gau. So existierte der Schützengau Wasserburg-Haag, als mitte der 50er Jahre die politischen Bezirke gegründet wurden, mit Unterbrechung durch die Zeit des Nationalsozialismus, bereits 30 Jahre und es waren ihm in etwa ebensoviele Vereine zugehörig. Mit seinen über 8000 Mitgliedern sei der Schützengau Wasserburg-Haag ein prägender und verlässlicher Bestandteil des Schützenbezirks Oberbayern. Die Verleihung der Bezirksmedaille an den jetzigen Gau-Ehrenschützenmeister Helmut Wagner im Jahr 2015 durch den damaligen Bezirkstagspräsidenten Josef Mederer sei ein anerkennendes Zeugnis dieser engen Verbindung. Schützenvereine beinhalten aus politischer Sicht weit mehr als den sportlichen Aspekt. Sie seien Orte der Begegnung, des Miteinanders, aber vor allem auch der Verantwortung und der Vermittlung von Werten. Hier zähle Gemeinschaft über die Generationen hinweg. Dies sei gerade in der heutigen Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt keine Selbstverständlichkeit mehr ist, eine täglich herausragende Leistung, die in den Vereinen erbracht werde.

Der Landrat des Landkreises Rosenheim, Otto Lederer, definierte das Sportschießen als "Millimeterarbeit auf Distanz. Aber aus seiner Sicht sei das Schützenwesen noch viel viel mehr. Der Schießsport sei eine Sportart, die für alle da ist. Für Jung und Alt, als Einzel- oder Mannschaftssportart, traditionell bei den Böllerschützen und innovativ an den elektronischen Luftgewehrständen. Diese Dinge in einer Sportart vereint, das sei eine Besonderheit, die das Schützenwesen ausmache, und die nur das Schützenwesen biete. Eine weitere Besonderheit sei die Geselligkeit, denn bei allem sportlichen Ehrgeiz sei es immer noch so, dass das "Miteinander" in den Vereinen hochgehalten und gepflegt werde.
Und weil die Schützen gesellige Menschen sind, würden sie auch gerne von anderen eingeladen. Deshalb findet man die Schützen auf jedem größeren Fest in der Region. Auch die Pflege von Brauchtum falle ihm zum Schützenwesen ein, denn wir alle sind stolz auf unsere Geschichte und unsere Tradition, ist sie doch ein Teil unserer Identität. Ebenso prägend für das Schützenwesen sei für ihn das Ehrenamt, so Lederer. In der gesamten Organisation des Schützenwesens werde größtenteils ehrenamtlich gearbeitet. Dies sei einen großen Dank wert und deshalb wolle er, auch im Namen seiner anwesenden Kolleginnen und Kollegen ein herzliches „Vergelt’s Gott“ an alle sagen, die sich hierzu tagtäglich einbringen. Ebenso gelte sein Dank an die Verbandsebene, die hier zu oft vergessen werde. Sein Wunsch sei, dass der Schützengau Wasserburg-Haag auch in den nächsten einhundert Jahren immer engagierte Leute hat, die sich für das Schützenwesen einsetzen.

Bürgermeisterin Sissi Schätz aus Haag überbrachte die Glückwünsche der Marktgemeinde. Wenn man auf ein einhundertjähriges Jubiläum zurückblickt, dann feiert man nicht nur eine Jahreszahl, sondern gelebte Gemeinschaft, sportlichen Ehrgeiz und Tradition in unserer Heimat. Weiterhin bedeute dieses Jubiläum ein Jahrhundert Beständigkeit in bewegten Zeiten. Der Gau Wasserburg-Haag sei heute eine starke Stimme im Bayerischen Sportschützenbund und ein unverzichtbarer Teil des gesellschaftlichen Lebens. Die Entwicklung des Gaues, egal ob in sportlicher oder verwaltungstechnischer Hinsicht, sei nie zum Stillstand gekommen. Als Haager Bürgermeisterin sei sie stolz, eine solch aktive und lebendige Organisation in der Region beheimatet zu wissen. Sie gratuliere dem Schützengau Wasserburg-Haag von ganzem Herzen zum einhundertsten Geburtstag und wünsche, dass die kommenden einhundert Jahre ebenso von Kameradschaft und sportlichem Erfolg geprägt sein mögen.

Bezirksschützenmeister Alfred Reiner überbrachte die Glückwünsche des Schützenbezirkes Oberbayern. Der Schützengau Wasserburg-Haag reihe sich nun in den „Kreis der hundertjährigen Gaue“ ein. Es sei, so Reiner, gerade auch für einen der Mitgliederstärksten Gaue im Bezirk Oberbayern immer wichtig, junge Leute dazu bewegen zu können, sich ehrenamtlich zu engagieren, und deshalb mache es ihn stolz, hier im Gau eine gute Jugendarbeit und einen starken Mitgliederzuwachs im Jugendbereich vorzufinden. Die Schützenvereine seien ein Garant für das gesellschaftliche Leben in den Kommunen. Er wünsche Gauschützenmeister Helmut Schwarzenböck mit seiner gesamten Vorstandschaft weiterhin alles Gute, eine glückliche Hand in der Führung des Gaues und erfolgreiche Sportler aus den eigenen Reihen. Anschließend überreichte er Gauschützenmeister Helmut Schwarzenböck als Geschenk des Bezirkes einen Zinnteller.

Zu guter Letzt trat Helmut Schwarzenböck selbst ans Podium und begrüßte alle anwesenden. Anschließend referierte er über den Werdegang und legte in Auszügen die einhundertjährige Geschichte des Gaues dar. Er bedankte sich ganz herzlich bei allen, die in einem sehr rührig und intensiv arbeitenden Festausschuss, in der Vorstandschaft oder aus freien Stücken dazu beitragen, dass die einzelnen Veranstaltungen über das gesamte Festjahr hinweg überhaupt möglich seien. Nur wenn der gesamte Gau an einem Strang ziehe, sei ein Fest, dass Bedeutung für alle Schützen - auch weit über die eigenen Gaugrenzen hinaus - habe, überhaupt möglich.

Der Höhepunkt des Nachmittages war nun erreicht und Helmut Schwarzenböck berichtete den anwesenden Gästen, dass der Schützengau Wasserburg-Haag stolz sein kann, sowohl in gesellschaftlicher, als auch in sportlicher Hinsicht shr gut aufgestellt zu sein. In sportlicher Hinsicht war für den Gau im November 2025 ein ganz besonderes Ereignis. Bei den Weltmeisterschaften im Schießsport in Kairo wurde Moritz Kellner von der SG "Friedliches Tal" Eschbaum in der Disziplin Target-Sprint im Einzelwettbewerb Dritter und somit Gewinner der Bronzemedaille. Bei den darauffolgenden Staffelwettbewerben ging Deutschland mit Annalena Weinmann, Lukas Bürki und Moritz Kellner als Favorit in den Wettkampf. Dieser Rolle wurde die Mannschaft durch ein von Beginn an dominiertes Rennen mit Moritz Kellner als Schlussläufer gerecht, und sicherte sich den Sieg, und damit die Goldmedaille vor der Schweiz und Ägypten.
Helmut Schwarzenböck bat Moritz Kellner zu sich auf die Bühne und gratulierte nochmals zu dessen Erfolg. Neben der Selbstdisziplin und dem aussergewöhnlichen Trainingsfleiß, der zu diesem Erfolg geführt hat, braucht es aber auch Menschen im Hintergrund, die beratend und begleitend zur Seite stehen. Im Falle von Moritz Kellner sei dies in erster Linie seine Familie, die ihn fördere und unterstütze, wo immer dies möglich sei, aber natürlich auch sein Trainerteam. Moritz Kellner sei der erste Weltmeister im ersten Jahrhundert des Schützengaues Wasserburg-Haag.
Nun überreichte Helmut Schwarzenböck Moritz Kellner die Ehrenplakette des Schützengaues Wasserburg-Haag. Eine der höchsten Auszeichnungen, die der Gau zu vergeben hat. Sodann bat er den Schützenmeister des Heimatvereins von Moritz "Friedliches Tal" Eschbaum, Hubert Müller, sowie den "unermüdlichen Motor" des Sommerbiathlon, Josef Bauer, zu sich auf die Bühne und überreichte einen Scheck für die Jugendarbeit im Verein.


Anschließend lud er die Anwesenden zum Stehempfang ins Erdgeschoss des Rathauses, wo sich die geladenen Gäste noch einige Zeit austauschten, bevor man zum gesellschaftlichen Teil des Tages überging, der im Gasthaus Esterer in Zellerreith stattfand.
bei der Waffenkontrolle in Hochbrück hat es eine Änderung im Bezug auf das Sicherheits-Fähnchen gegeben. Das Sicherheits-Fähnchen ist nicht mehr erlaubt. Es muss eine Schnur, am besten eine Wäscheleine ohne Stahlseele (könnte zu Beschädigungen im Lauf führen), sichtbar vom Verschluss bis zur Mündung erkennbar sein. Diese Änderung betrifft nur die Druckluftwaffen!!!